17. MAI 2013: TESTSITE STORIES – Update: Leider ausgebucht!

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In den vergangenen Monaten hat LEGENDA in Kooperation mit Urbane Künste Ruhr ruhrgebietstypische Transformationsprozesse am Beispiel der beiden Duisburger Stadtteile Bruckhausen und Marxloh untersucht. Einerseits sind Bruckhausen und Marxloh gewöhnliche Stadtteile des Ruhrgebiets, andererseits stellen sie eine Besonderheit dar, weil urbane Konflikte hier besonders scharf verlaufen, gängige Planungsrezepte besonders fragwürdig erscheinen und das enge räumliche und zeitliche Nebeneinander von Niedergang und Boom, Resignation und Selbstermächtigung, Stolz und Stigma besonders augenfällig ist. All das bündelt sich in den beiden Stadtteilen wie unter einem Brennglas.

Die Ergebnisse dieser künstlerisch-urbanistischen Recherche möchten LEGENDA und Urbane Künste Ruhr vorstellen und debattieren. Es wird zu reden sein über die Eigenarten der beiden Stadtteile, über Kulissen, Dramen und Störfälle, über städtebauliche Missstände als wichtige Bausteine einer ruhrgebietstypischen Urbanität, genauso wie über die Frage, warum herkömmliche Konzepte von Stadtumbau und Stadterneuerung bestehende Konflikte nicht nur nicht lösen, sondern oftmals verschärfen.

Auch in Duisburg zeigt sich, wie sehr „Leerstand“ zur Obsession im Denken über das Ruhrgebiet geworden ist. Dies gilt sowohl für die amtliche Stadtentwicklung, die mittels Rückbau und Marktbereinigung auf ein ausgeklügeltes Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage zielt, als auch für so genannte freie Initiativen, die sich die beträchtliche Zahl leer stehender Gebäude und Grundstücke im Ruhrgebiet als ultimativen „Möglichkeitsraum“ imaginieren. Allzu oft bleibt es bei der Imagination; allzu oft blamiert sich Rückbau als gleichermaßen brutale wie naive Unternehmung.

Eine wichtige Erkenntnis ist daher: Nicht nur die Künstler, Bastler und Liebhaber des Ruhrgebiets – auch Stadtplanung und Immobilienwirtschaft benötigen neue Experimentierräume und „Testsites“, um sich von unzulänglich gewordenen Sichtweisen, Strategien und Praktiken lösen zu können. Dazu stellen die Mitglieder von LEGENDA, Hans Venhuizen (Rotterdam), Dirk E. Haas (Essen), Mustafa Tazeoglu (Duisburg), Boris Sieverts (Köln) und Hans Jungerius (Arnhem), an diesem Abend erste (und nicht nur eigene) Ideen für die beiden Stadtteile Bruckhausen und Marxloh zur Diskussion. Katja Aßmann (Gelsenkirchen), künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr, informiert über die in Marxloh geplanten Projekte im Rahmen der Emscherkunst 2013.

So offen wie die Transformation des Ruhrgebiets verläuft der weitere Abend. Sicher ist: Es gibt Essen, Getränke, Zeit für Gespräche … und 25 Warnwesten. Herzlich willkommen!

Termin: Freitag, 17. Mai 2013, 18:00 Uhr
Ort: Situation Room, Weseler Straße 144, 47169 Duisburg (Marxloh)

Tram: 903 (Haltestelle Heckmann)

Die Veranstaltung ist kostenlos, Spenden für unsere Arbeit sind willkommen.
Bitte beachten: Die räumlichen Kapazitäten des Situation Room sind begrenzt.

Anmeldungen zur Teilnahme an: dirkhaas@legenda-gesellschaft.org

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